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Samstag, 19. März 2011, 00:30

Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Hallo!

Nachdem ich schon einige Versuche gestartet hatte, mit Molton eine Sprech-Umgebung aufzubauen, habe ich mich im Winter entschlossen, eine Art Sprecherkabine zu bauen und bin gerade mitten drinnen, diese akkustisch einzurichten.

Momentan habe ich 4 Pyramidenschaumplatten à 10x60x120cm montiert, dazu auf einer Wand, etwa 2qm Molton aufgehängt und verwende zusätzlich ein Mic-Shield.

Jetzt wollte ich euch geschulte Ohren fragen, ob ihr meine Probeaufnahme mal bewerten könntet in Hinblick auf (Roh-)Tauglichkeit und mir auch Tipps in Bezug auf die weitere Bearbeitung geben könntet. Insbesondere wäre toll, wenn ihr einem nicht allzu versierten Laien für Adobe Audition 1.5 geben könntet.

Ich persönlich habe mir überlegt, einen Lo-Cut bei etwa 65 Hz zu machen und mit dem EQ einige Frequenzen zu korrigieren. Leider bin ich aber damit so ungeübt, dass es toll wäre, wenn ihr mir auf diese Aufnahme bezogen einige Frequenzen nennen könntet, die man "verschönern" kann/sollte und auch sonst Tipps zur Weiterbearbeitung geben könntet. Kompresser möchte ich auch ausprobieren, aber auch da sind Tipps willkommen.

Wenn ihr sagt, dass diese Grundaufnahme gar nicht brauchbar ist, gebt mir bitte auch Hinweise, wie ich in Hinblick auf meine Komponenten/ Positionierung etwas verändern sollte.

Vielen Dank für eure Tipps und Tricks.

LG
Mase

P.S.: Die Aufnahme habe ich unter Webdisk/Projekte/Showroom/Akkustik / Technische Tipps zu Sprachaufnahme hochgeladen.

leader

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2

Samstag, 19. März 2011, 13:27

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Ich höre es mir am Montag im Studio an, wenn ich zeit haben ;)

Gruß

3

Samstag, 19. März 2011, 21:24

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Das Soundbeispiel ist leider sehr kurz.
Was mir auffällt ist, dass die Endungen auf "Tag" und "mag" wie ein "T"
und die Endungen von "bist", "Herrlichkeit" und "Frist" etwas gedoppelt klingen.

Gü-Mix

4

Samstag, 19. März 2011, 23:01

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Vielen Dank @leader und @Gü-Mix!

Ich werde morgen noch ein längeres Stück online stellen. Wie meinst Du, es klingt gedoppelt? meinst Du die Schlusskonsonanten? Oder könnte das sprechtechnisch verursacht sein?

Liebe Grüße
Mase

5

Sonntag, 20. März 2011, 00:12

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Ich werde morgen noch ein längeres Stück online stellen.

Ja mach das!

Ich habe jetzt die Grösse des Uploads vorerst auf 15mb vergrössert.

Und lade bitte den Beispiel wieder in den selben Download:
Akkustik / Technische Tipps zu Sprachaufnahme

Grüsse
Wenn Ihr das Tonstudio-Forum unterstützen möchtet, dann kauft einfach euer
Equipment bei Musikhaus-Thomann, indem Ihr eure Bestellungen über unseren
Thomann-Partnerlink durchführt: Hier klicken und dann kaufen! good2

6

Sonntag, 20. März 2011, 16:50

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

So, habe jetzt mal die ganze Aufnahme hochgeladen. Meines Erachtens wummt die Aufnahme irgendwie (also die Tiefen zu wuchtig), oder?

Naja, ich freue mich jedenfalls auf Eure Kommentare und Tipps!

LG
M

P.S.: Irgendwie zeigt mir Adobe Audition 1.5 beim MP3-Speichern nur noch max 128 kbps an. Hat jemand eine Idee, woran das liegen könnte?

7

Sonntag, 20. März 2011, 22:18

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Wie meinst Du, es klingt gedoppelt? meinst Du die Schlusskonsonanten? Oder könnte das sprechtechnisch verursacht sein?

Ja, ich meine die Schusskonsonanten. Als würde ein Echo darauf liegen.
Ob das sprachtechnisch verursacht ist, kaann ich nicht beurteilen.
Jedenfalls klingt es so.
Meines Erachtens wummt die Aufnahme irgendwie (also die Tiefen zu wuchtig), oder?

Das ist mir auch aufgefallen, wollte mich mit meiner "ersten Kritik" aber etwas zurückhalten.

Gü-Mix

Markus H

Fortgeschrittener

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8

Montag, 21. März 2011, 01:17

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Hallo mase, um dir wirklich weiterhelfen zu können, solltest du mal was über dein Equipment schreiben, also:
  1. welches Mikro, Vorverstärker, Audiointerface, Abhöre, etc.
  2. wie groß (qm) ist deine Sprachkabine? Räume unter 10qm sind erfahrungsgemäß sehr schwer akustisch zu beherrschen.
  3. wo willst du damit hin: Hobby / Spaß, oder mehr? (Geld verdienen?)
Grundsätzlich ist der Einsatz eines Mic Shields immer von Vorteil, wenn man keinen guten Aufnahmeraum hat. Ich habe deine Aufnahme erst einmal nur über Kopfhörer abhören können, aber sie klingt sehr basslastig. Ein Blick auf den Analyzer (WaveLab) hat das bestätigt: du hast enorme Pegelspitzen bei 115 Hz. Die kannst du mit einem steilflankigen Shelf-EQ absenken. Ebenso würde ich dir für Sprache immer einen Lo Cut bei 100Hz empfehlen. Auch klingt es so, als hättest du keinen Popschutz benutzt, (besonders gut zu hören bei "beliebt", 2tes "b" klingt wie "p" und popt) oder der Sprecher war zu dicht am Mikro. Mindestabstand: 1 Handspanne und leicht seitlich besprechen (ca. 15°), das verhindert die Popgeräusche (rumpeln bei allen Konsonanten).

Soweit erst mal. Wenn wir mehr Infos von dir haben, können wir auch mehr sagen.
guckst du hier: Teckiblog :D Tontechnik leicht erklärt

9

Montag, 21. März 2011, 21:04

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Auch klingt es so, als hättest du keinen Popschutz benutzt, (besonders gut zu hören bei "beliebt", 2tes "b" klingt wie "p" und popt) oder der Sprecher war zu dicht am Mikro.

Ja - und das hört man auch bei "betrübt" und bei "solange bleibt dies Lied..."

Gü-Mix

10

Montag, 21. März 2011, 21:37

Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Vielen Dank erstmal für Eure Antworten!

welches Mikro, Vorverstärker, Audiointerface, Abhöre, etc.

Ich verwende ein Audio Technica 2020 Mikro mit einem Focusrite Saffire 6 USB Soundinterface, das hat einen Vorverstärker mit Phantompower drinnen. Zum Abhören habe ich ATH-M30 Kopfhörer. Mic-Shield ist von T-Bone. Ich liebäugle mit dem Neumann TLM 102, wobei ich aber erstmal die Akkustik/das Processing in den Griff kriegen möchte, bevor ich mehr ausgebe.

wie groß (qm) ist deine Sprachkabine? Räume unter 10qm sind erfahrungsgemäß sehr schwer akustisch zu beherrschen.

Meine Sprechkabine/Raum ist etwa 2 qm groß, also eher klein. Das Problem mit der Größe ist mir bewußt, ich hoff(t)e nur durch die besondere Form der Kabine, die typischen Probleme ein wenig in den Griff zu bekommen. Im Prinzip ist der Raum 1m breit und ca. 1,80 lang. Wobei zwei Drittel der Grundfläche unter einer Dachschräge sind, die bei 1m Wandhöhe beginnt. An der Höchsten Stelle ist der Raum 2,75m. (wobei durch eine Pyramidenschaumplatte 10x60x129 diese ca. 40 cm von der Decke abgehängt ist. Die restlichen 3 Schaumstoffplatten sind L förmig gegenüber der Molton-Stoffwand (2qm) im Wandwinkel montiert. (auf Sprecherhöhe sowohl sitzend als auch stehend möglich)

wo willst du damit hin: Hobby / Spaß, oder mehr? (Geld verdienen?)

Prinzipiell habe ich schon geplant (vor allem nach den bisherigen und künftigen Aufwendungen dafür) diese Kabine professionell nutzen zu können. Sie soll für kleinere Projekte wie zB Telefonwarteschleifen oder Podcasts zum Einsatz kommen, also dort, wo "homemade" Qualität (wenn auch semi-professionell!) genügt. Klar, für höherwertige Sachen, habe ich ein Tonstudio, wo ich professionell mit Tontechniker aufnehmen kann. Trotzdem sollte aus meiner Kabine ein Maximum an Qualität herausgeholt werden. ;-)

Ebenso würde ich dir für Sprache immer einen Lo Cut bei 100Hz empfehlen

Ich habe die Aufnahme jetzt mal komplett unbearbeitet (also bis auf die Pausen zwischen den Textteilen, die sind mittels Hüllkurve ein bisschen verleisert) hochgestellt, Lo Cut hätte ich bei 65-75 Hz angesiedelt. Zu wenig? (soll ja auch auf besseren Anlagen noch annehmbar klingen)

Auch klingt es so, als hättest du keinen Popschutz benutzt, (besonders gut zu hören bei "beliebt", 2tes "b" klingt wie "p" und popt)
und das hört man auch bei "betrübt" und bei "solange bleibt dies Lied..."

Popschutz habe ich verwendet, die Auslautverhärtung beim 2ten "b" ist absichtlich. Möglicherweise muss ich mir aber eine "weichere" Sprache für's Mikrofon zulegen, komme aus dem Schauspiel-Bereich.

Soviel mal dazu, ich freue mich auf weitere Tipps/Kritiken!

Liebe Grüße
Mase

ToneQuake

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11

Dienstag, 22. März 2011, 18:32

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Wie meinst Du, es klingt gedoppelt? meinst Du die Schlusskonsonanten? Oder könnte das sprechtechnisch verursacht sein?
Ja, ich meine die Schusskonsonanten. Als würde ein Echo darauf liegen.
Ob das sprachtechnisch verursacht ist, kaann ich nicht beurteilen.
Jedenfalls klingt es so.

Ich höre kein Echo. Es ist mehr sprachtechnisch verursacht worden. Das liegt meiner Meinung nach definitiv an der Aussprache, und die zu nahe Mikrofonierung verstärkt noch den Eindruck.

So eine kleine Gesangskabine tendiert immer zu einer Überbetonung der tiefen Frequenzen. Die Stimme klingt dann in unteren Frequenzen ab 1KHz fast immer zu dick.

Ich bezweifle, dass eine Gesangskabine eine bessere Qualität liefern könnte, als ein ganz normales Wohnzimmer welches akustisch gut optimiert wurde.

Könntest du vielleicht einige Fotos in die Galerie hochladen?

Ansonsten wenn du diese Aufnahme zum ersten mal gemacht hast :?: , dann ist sie mehr als OK.

Markus H

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12

Dienstag, 22. März 2011, 20:30

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Ansonsten wenn du diese Aufnahme zum ersten mal gemacht hast :?: , dann ist sie mehr als OK.
prinzipiell stimme ich dem zu.
So eine kleine Gesangskabine tendiert immer zu einer Überbetonung der tiefen Frequenzen. Die Stimme klingt dann in unteren Frequenzen ab 1KHz fast immer zu dick.

Korrekt!

Ich bezweifle, dass eine Gesangskabine eine bessere Qualität liefern könnte, als ein ganz normales Wohnzimmer welches akustisch gut optimiert wurde.

Im Prinzip richtig, mit dem Unterschied, dass eventuelle Störgeräusche von außen besser abgeschirmt werden können.

Zum Abhören habe ich ATH-M30 Kopfhörer.
Du solltest dir dringend gute Monitore kaufen. Über Kopfhörer kannst du gerade Überbetonungen in Bassbereich meist nicht, oder nur ungenügend hören, also auch nicht korrigieren. hier im Forum findest du ne Menge Hinweise dazu.

An deiner sehr kleinen Sprachkabine wirst du ohne Riesenaufwand (Basstrapps, die eigentlich viel zu groß für dein Kabinchen sind) nicht sehr viel verbessern können. Kontrolliere mal die Seitenwände. Sind die aus Rigips? Bei einfacher Beplankung (+ oft schlampigem Einbau) neigen die zum Schwingen, was gerade die tiefen Frequenzen verstärkt.

Das AT 2020 ist kein schlechtes Mikro, wenn man den Preis (ca. 100,-€) berücksichtigt. Da ist das TLM 102 deutlich besser, aber auch teurer. Für den Anfang experimentiere erst einmal mit dem Besprechungsabstand zum Mikro. Allein der Popschutz sollte schon mindestens 1 Hand breit weg vom Mikro sein, sonst bringt er nichts.
Möglicherweise muss ich mir aber eine "weichere" Sprache für's Mikrofon zulegen, komme aus dem Schauspiel-Bereich.
Das wirst du mit Sicherheit brauchen. Der "Bühnensound" ist im Tonstudio eher hinderlich. Lege dir gute Hörbücher als Referenzen zu. Das schult enorm.
guckst du hier: Teckiblog :D Tontechnik leicht erklärt

13

Dienstag, 22. März 2011, 20:45

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Über Kopfhörer kannst du gerade Überbetonungen in Bassbereich meist nicht, oder nur ungenügend hören, also auch nicht korrigieren.
Wieso nicht?

Ich habe da eigene Meinung und Erfahrungen.
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Markus H

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14

Mittwoch, 23. März 2011, 11:21

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Wieso nicht?

Ich habe da eigene Meinung und Erfahrungen.
Also ich habe schon mit zig verschiedenen Kopfhörern gearbeitet. Mir ist noch keiner begegnet, der die Tiefen realistisch darstellen kann. Entweder verfälschen sie, oder stellen sie zu schwach dar. Oder du musst sehr viel Geld für nen Kopfhörer ausgeben, dann kannst du dir eigentlich auch gleich ein paar Monitore kaufen.
Ich mische auch NIE auf Kopfhörern
guckst du hier: Teckiblog :D Tontechnik leicht erklärt

15

Mittwoch, 23. März 2011, 21:28

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Ich hab da mal ne Frage:

Warum sagt ihr andauernd, dass kleine Räume schlechter zu optimieren sind als große Räume, und warum sollen kleinere Räumen tiefe Frequenzen mehr überbetonen als größere? Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen! Bitte um physikalische Begründung.
Meine Stadt, meine Straße, mein Viertel, mein Blog

16

Mittwoch, 23. März 2011, 21:37

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Zitat

Zitat von Markus H:

Sind die aus Rigips? Bei einfacher Beplankung (+ oft schlampigem Einbau) neigen die zum Schwingen, was gerade die tiefen Frequenzen verstärkt.
Falsch! Siehe Plattenschwinger!

Wenn Schall eine Masse in Bewegung bringt, verliert er dadurch an Energie. Folge: Resonanzfrequenz wird abgeschwächt!
Meine Stadt, meine Straße, mein Viertel, mein Blog

17

Mittwoch, 23. März 2011, 22:33

Re: Sprachaufnahme akustisch / technisch optimieren | Tipps

Warum sagt ihr andauernd, dass kleine Räume schlechter zu optimieren sind als große Räume, und warum sollen kleinere Räumen tiefe Frequenzen mehr überbetonen als größere?
Nein nicht schlechter geeignet zum Optimieren sondern grundsätzlich ohne Optimierung.

Wenn Schall eine Masse in Bewegung bringt, verliert er dadurch an Energie. Folge: Resonanzfrequenz wird abgeschwächt!
ja 100% richtig.

Aber was Markus vermutlich meinte, dass so eine Rigipsplatte zu einem Resonanzkörper wird und in einer kleinen Gesangkabine wird sie zu einem Resonanzkörper, welcher die tiefen Frequenzen in diesem Fall vermutlich in so einem kleinen Raum verstärken würde.
.
Die Akustik ist sehr komplex! :dash2:
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