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Donnerstag, 28. April 2011, 15:20

Sony PCM D50: Welche Einstellungen für Gewitter aufnehmen?

Hi. :)
Hat jemand zufällig das Aufnahmegerät Sony PCM D50 und könnte mir Tipps geben, welche Einstellungen sinnvoll sind, um z.B. Gewitter aufzunehmen?
Welche Einstellungen sollte ich verwenden, wenn ich in der Natur Wildschweine oder Vogelzwitschern aufnehme?

Danke schonmal.

PS.: Links zu weiterführenden Threads wären auch cool.

2

Donnerstag, 28. April 2011, 15:30

Hallo!

Ich habe den.

Als erstes solltest du solche Aufnahmen nur mit einem "Sony AD-PCM1, Windschutz" durchführen.

3

Donnerstag, 28. April 2011, 15:37

Hi. Habe aber "nur" das PCM D50. :)

Welche Einstellungen empfielst du? Hi-Cut, Limiter etc. All das läuft bei mir eher auf Zufall aus.

4

Donnerstag, 28. April 2011, 20:14

Hallo und herzlich Willkommen im Forum!
Ich kenne die Einstellmöglichkeiten des Geräts nicht, habe aber einen generellen Tipp:
Durch Ausprobieren macht man eine Menge eignene Erfahrungen, die schwerer wiegen
als jede Fremdmeinung.
Damit will ich natürlich keine Antworten abwürgen. Das Forum soll ja auch dem Erfahrungsaustausch
dienen.
Aber was liegt bei so einem Vorhaben denn näher, als zu experimentieren?
Aufnahmekapazität wird das Gerät ja in Hülle und Fülle haben.

Viel Spaß dabei!
Gü-Mix

5

Sonntag, 1. Mai 2011, 21:44

Hi. Habe aber "nur" das PCM D50. :)
Du wirst aber den Windschutz unbedingt brauchen. Ohne, werden deine Außenaufnahmen leider :S fast immer unbrauchbar sein.

6

Montag, 2. Mai 2011, 01:00

Hey n3ofolkr,
um ein Gewitter aufzuzeichnen würde ich von einem Limiter absehen. Ein authentisches Gewitter lebt von einer großen Dynamik und es wäre doch schade, diese von Anfang an einzugrenzen. Wenn du in den Parametern eine Abtastrate von 48KHz und eine Tiefe von 24 Bit anwählst, hast du genügend Headroom um anständig zu pegeln. Mit den daraus resultierende >110dB Dynamikumfang bist du schon mal sehr gut dabei. Was den Windschutz anbelangt muss ich jedoch Al-Mastering recht geben. Ein Gewitter ist ja meisstens mit starkem Wind verbunden, der auf deiner Aufnahme unangenehm rumpeln und dröhnen wird. Gerade Kondensator, in deinem Fall Elektretkapseln, sind dort sehr empfindlich. Natürlich ist knapp 60€ für einen originalen Windschutz ne ganze Menge Holz. Wenn du das ganze etwas günstiger haben willst, geht das natürlich auch.
Der folgende Ratschlag wird zwar bei dem ein oder anderen ein Lächeln oder sogar Lachen hervorrufen, jedoch ist das vollkommen ernst gemeint.
Stülpe ein Kondom über die Mikrofone deines Geräts! Diese dünne "Haut" wird den Wind abhalten und dabei die Brillianzen kaum beeinträchtigen. Das sieht zwar beim besten willen nicht professionell aus, aber ich stehe immer auf ein gutes Ergebnis, egal wie es erzielt wurde ;)
Eine Filterung würde ich persönlich erst nach dem Aufzeichnen vornehmen, falls es überhaupt notwendig sein sollte. Prasselnde Regentropfen haben einen relativ hohen Anteil an hohen Frequenzen, die man, wenn überhaupt, nur absenken, jedoch nicht komplett beschneiden sollte. Aber auch hier zählt, wie Gü-Mix schon schrieb, dass man mit Ausprobieren zu den Besten Ergebnissen kommt, wenn man sich schlichtweg nicht sicher ist. Ich rate jedoch bei der Aufzeichnung selber davon ab, denn dann hast du im stillen Kämmerlein den kompletten Handlungsspielraum, was die Postpro deiner Atmo anbelangt.
Kleiner Tipp:
Nimm dir in jedem Fall einen Kopfhörer mit und höre während der Aufnahme immer in die Aufzeichnung rein. Deine Mikrofonkapseln sind nicht statisch sondern lassen sich bewegen, sodass du zwischen einer "XY" (es ist kein echtes XY, dazu müssten die Kapseln noch enger zusammen liegen) und einer "ORTF" (kein echtes ORTF, dazu gehören die Kapseln weiter auseinander) Mikrofonie auswählen kannst. Beim XY hast du ein relativ schmales Stereobild, bei ORTF ein breiteres und eine bessere Ortung. Um zu überprüfen, was dir besser gefällt, musst du dich auf deine Ohren verlassen. Zudem merkst du so sofort, ob der Pegel zu hoch wird, also ob was zerrt. Auf das eingebaute PPM würde ich mich hier nicht immer verlassen. Um eine Übersteuerung wirklich auszuschließen kannst du zwar den Limiter nutzen, jedoch merkst du dann eventuell nicht sofort, wenn du das File in seiner natürlichen Dynamik beschneidest. Die -12dB sind an der Anzeige in fett markiert. Diesen Wert solltest du wenn möglich als deinen maximalen Pegel ansteuern. Die digitale Vollaussteuerung liegt bei -9dB(fs). Bei alten Analoggeräten liegt diese Grenze bei 0dB. Jedoch ist dadrüber noch etwas Headroom, bis es in die Übersteuerung rein fährt. Da die digitale fs-Skala (full scale) einen digitalen Datenstrom und keinen Spannungspegel definiert, ist bei 0dB(fs) schicht im Schacht. Ein "drüber" gibt es nicht, die Datenkapazität ist ausgenutzt und es zerrt sofort unangenehm. Das kommt daher, da die Wellenform nicht mehr korrekt aufgezeichnet werden kann. Eine Sinuswelle würde also oben Abgeflacht. Die krasseste Abflachung kann man beim Recheckmuster eines Testtongenerators hören. Damit solche nicht liniearen Verzerrungen ausgeschlossen werden können, hat man sich international auf -9dB(fs) als Vollaussteuerung geeinigt, damit man noch 9dB als Headroom behält und somit Spitzen abfangen kann, die sonst die Aufnahme zerstören würden.

Aber probier einfach mal rum. Fahr auch ruhig mal zum Spaß in die Übersteuerung rein, damit du weisst, wie es tatsächlich klingt, wenn eine solche Aufnahme unwiederbringlich zerstört wurde... dann passt man doppelt auf ;)

Herzliche Grüße,
Till

7

Dienstag, 3. Mai 2011, 00:29

Aber probier einfach mal rum. Fahr auch ruhig mal zum Spaß in die Übersteuerung rein, damit du weisst, wie es tatsächlich klingt, wenn eine solche Aufnahme unwiederbringlich zerstört wurde... dann passt man doppelt auf ;)
Damit wäre ich sehr vorsichtig! Digitale Übersteuerungen sind Rechtecksignale = der Tot für jeden Hochtöner. Ist der Wiedergabepegel zu hoch, kannst du dir gleich neue Hochtöner kaufen, oder den Kopfhörer wegschmeißen. Dieses Experiment also bitte nur mit niedrigem Wiedergabepegel.

An sonsten: fleißig, fleißig dieser Till :thumbsup:
guckst du hier: Teckiblog :D Tontechnik leicht erklärt

8

Dienstag, 3. Mai 2011, 12:48

Hey Markus,
mich würde jetzt mal interessieren, wie du mit nem Rechtecksignal eine aufeinander abgestimmte Anlage zerschießen willst?!
Ein Rechecksignal ist doch einfach nur eine Wellenform mit extrem vielen (nichtharmonischen) Obertönen. Im Ohr mag das weh tun, aber am Ende deines Mixers kommt auch nur ein Linepegel raus, egal welches Signal du anlegs. Mit einem Linepegel kann man also schonmal den Leistungsverstärker nicht zerschießen. (Ich weiß, von der Endstufe hast du auch nicht gesprochen, ich gehe gerade nur die einzelnen Komponenten durch.) Dieser verstärkt das Linesignal am Eingang und legt es als weitaus höhere Ausgangsspannung an den Lautsprecher an. Wenn die Komponenten Endsufe und Monitor richig gewählt wurden, ist es mit der Ausgangsleistung des Verstärkers nicht möglich, die Chassis, die als Widerstand fungieren, zu zerstören. Wie soll jetzt ein Rechecksignal den Hochtöner zerschießen, wenn die Leistung, bauteilbedingt, den maximal zulässigen Spannungs- ind Leistungspegel nicht überschreitet? Beim Tieftöner, bei einer angelegten Rechteckfrequenz von 5 Hz, könnte ich mir vielleicht vorstellen, dass über kurz oder lang die Sicke aufgibt, aber sonst?! Wenn man bedenkt, wieviele Elemente in der modernen Musik in die Richtung Rechteck gehen... dann müssten die Lautsprecher ja gerade alle sterben!
Sollte das tatsächlich den Tatsachen entprechen, würde ich mich über eine Erklärung freuen, die vielleicht sogar ihren eigenen Threat bekommen könnte.

Ansonsen danke für die Blumen ;)
Liebe Grüße,
Till

ps: Ganz abgesehen davon... wer hört seinen Mix, mit dem Kopfhörer oder auch mit den Monitoren, bei maximalem Pegel ab?!

9

Mittwoch, 4. Mai 2011, 10:20

Das ist sehr einfach erklärt: ein Rechtecksignal entspricht an den Scheitelpunkten einer Gleichspannung. und diese Gleichspannungsanteile sind die eigentliche Gefahr, da sie die Schwingspule überhitzen. Wenn Du dir ein Sinussignal vorstellst, das die Schwingspule durchfließt, dann steigt die Spannung an bis zum Scheitelpunkt, erhitzt dabei die Spule + fällt gleich wieder ab. Dabei kühlt auch die Schwingspule wieder ab.

Ein Rechtecksignal steig sprunghaft auf seinen Maximalwert, erhitzt die Spule, ändert sprunghaft die Polung + erhitzt weiter die Schwingspule. Es bleibt kaum Zeit zur Abkühlung und die Schwingspule überhitzt sich. Was nun passiert ist folgendes: die Schwingspule besteht ja im wesentlichen aus aufgewickeltem lackiertem Draht. Dieser Lack schmilzt durch die zu hohe Temperatur. Es kommt zur Blasenbildung und eventuell zu Kurzschlüssen. Verschwindet das Rechtecksignal, kühlt die Schwingspule wieder ab, der Lack trocknet, aber die Blasen bleiben zurück + machen üble Kratzgeräusche beim Betrieb. Das klingt dann wie eine dauerhafte Verzerrung und ist nicht mehr behebbar. Einzige Lösung: Hochtöner tauschen. Man muss also folgern: je mehr Rechteckanteile dein Signal hat, desto größer die Gefahr der Überhitzung.

Ich habe das sowohl bei Hifi-Lautsprechern, als auch bei PAs (Line Array) erlebt. Leider!
guckst du hier: Teckiblog :D Tontechnik leicht erklärt

10

Donnerstag, 5. Mai 2011, 14:37

Hey,
joa, diese Erklärung macht tatsächlich Sinn. Dennoch sehe ich bei dem Übersteuern zu demonstratonszwecken diese Gefahr nicht, da es niemals zu einm solchen vollkommenen Rechtecksignal kommen wird. Sollte es bei einem Donnerschlag tatsächlich soweit gegen Rechteck gehen, dass es eine Gefahr für die Chassis darstellen sollte, ist dieser Impuls so schnell wieder vorbei, dass die Spule keine Gelegenheit haben wird, sich so stark zu erhitzen.
Hehe, wie hast du das denn geschafft, ein Array zu zerschießen? Das muss ja bei der Beschallung grausam geklungen haben...

http://www.youtube.com/watch?v=l8I-_TQcF…player_embedded

Lalala,
Till

11

Donnerstag, 5. Mai 2011, 18:02

Zum Glück war ich nicht der Schuldige. Ich musste nur den Service und die Beratung übernehmen. Die hatten ne Party mit Idioten-DJ. Der Techniker vor Ort (unerfahrener Azubi) hat wohl nicht gesehen dass die Controler übersteuert waren. Jedenfalls waren von 10 Cabinets (Nexo S 12) 6 im Eimer. Hochtontreiber fest. Die Kalotten hatten richtig dunkel-blaue Flecken innen, wegen der Hitze. Hatte ich so vorher auch noch nicht gesehen. biggrin

Aber noch mal zum Test: mir ist das schon mal im Studio passiert. War zwar noch zu Anfangszeiten, wo man noch doof + risikofreudig war. :D
Hab mir damals nen Sennheiser Kopfhörer auf einer Seite zerschossen. War ne brutale Übersteuerung auf nem DAT-Master (Rückkopplung: "wozu is denn der Knopf da?"BUMM!) :mosking:
Seit dem bin ich da etwas vorsichtig geworden. Das geht schneller, als man denkt.
guckst du hier: Teckiblog :D Tontechnik leicht erklärt

12

Freitag, 6. Mai 2011, 14:38

Welche Einstellungen empfielst du? Hi-Cut, Limiter etc. All das läuft bei mir eher auf Zufall aus.

- Rec Mode: mind 24bit + 44.1kHz besser 96kHz
- Limiter ab 175 - hier musst du einwenig rumexperimentieren
- LCF 75Hz

Immer maximal aussteuern bis zum OVER (0db) - ab hier regelt der Limiter ab. Versuch immer knapp unter den OVERs zu bleiben. ;)

13

Freitag, 6. Mai 2011, 18:12

- Rec Mode: mind 24bit + 44.1kHz besser 96kHz
- Limiter ab 175 - hier musst du einwenig rumexperimentieren
- LCF 75Hz
"Limiter ab 175" ist keine sinnvolle Aussage
Was soll der LCF bei 75Hz bewirken? Ein Gewitter hat in diesem Frequenzbereich noch ordendlich was, was dann fehlen würde!

Immer maximal aussteuern bis zum OVER (0db) - ab hier regelt der Limiter ab. Versuch immer knapp unter den OVERs zu bleiben. ;)
NIE bis 0dB aussteuern! Wozu gibt es die Regel "Vollaussteuerung digitaler Pegel bei -9dB(FS)"?! Warum unbedingt das Signal mit einem (fragwürdigen) Limiter begrenzen?

14

Freitag, 6. Mai 2011, 19:34

Die einzigen Einstellungen der Releasezeiten an diesem Gerät sind nun mal 175ms , 1sec und 1min. Da sollte man doch am besten mit den 175ms beginnen ... oder und dann weiter testen, welche Releasezeit die bessere wäre ?

Mit dem Limiter meinte ich nicht, dass er unbedingt zum Einsatz kommen sollte. Daher: "Versuch immer knapp unter den OVERs zu bleiben" . War ja eine Erklärung, was passieren würde, wenn die OVERs Anzeige aufleuchtet

Ja dies hier ist etwas schwammig: "Immer maximal aussteuern bis zum OVER (0db)" Es war nicht gemeint, dass die OVERs LEDs immer aufleuchten sollen. Das ist doch wohl klar , dass man keine andauernd verzerrte Aufnahme haben sollte.

Man darf nun mal nicht zu leise aufnehmen, ansonsten verliert man in der digitalen Welt an Auflösung.

Zum LCF 75Hz. Dies ist auch leider die einzige Einstellung des Filters. Oder sollte man diese gebalte Ladung unter den 75Hz komplett mitaufnehmen, vor allem beim Gewitter? Das ist doch kein 40db Lowcut, der alles unter 75Hz abschneidet, im besten Fall 12db und da bleibt noch ne Menge bis 50Hz übrig. Wozu den Wandler mit unnötigen Basspeaks füttern?

15

Freitag, 6. Mai 2011, 19:45

Wozu gibt es die Regel "Vollaussteuerung digitaler Pegel bei -9dB(FS)
Kannst du das begründen,. Wieso sollte man den digitalen Pegel nur bis -9db fullscale aussteuern? :smile:

16

Freitag, 6. Mai 2011, 19:58

Hey,
ich kenne die Güte des Hochpassfilters in dem Gerät nicht. Jedoch denke ich, dass sich bei einem ordentlichen Donner auch noch was unter 50Hz abspielt. Sollte die Idee mit dem Kondom nicht genügen Schutz vor dem Rumpeln des Windes geben, kommt man um einen Hochpass (LoCut) nicht drumherum, da gebe ich dir recht. Jedoch ist man in der Postpro mit einem sauber einstellbaren Filter wohl besser bedient, dessen Frequenz und Güte man selbst wählen kann.
Von einer Releasezeit hattest du bei deinem Post nihts geschrieben ;)

Zum Thema "warum -9dB(FS) verweise ich auf meinen Eintrag im Lexikon "dBFS"
Das jetzt wieder alles niederzuschreiben dauert ein Weilchen ;) Was jedoch anzumerken ist (das habe ich auch einige Posts drüber bereits getan) ist die Tatsache, dass der Dynamikumfang bei einer Aufnahme mit 24Bit und 48KHz schon ein sehr großer Dynamikumfang zur Verfügung steht. Den Headroom von 9dB kann man dabei fast schon vernachlässigen!

Eine solche Aufnahme würde ich immer ohne eine Signalveränderung durch das Gerät durchführen und verbessernde Maßnahmen in der Postpro durchführen. Die Abhörmöglichkeit ist ungleich besser als es draussen möglich wäre. Zudem kann man dann in aller Ruhe rumexperimentieren, ohne am Rohsignal Schaden anzurichten.

Grüße,
Till

17

Freitag, 6. Mai 2011, 20:04

Ach du meinst du Differenz zwischen den analogen und digitalen Pegel? :yes3: