EDIROL R-1 vs. ZOOM H2
Technik-Liste
EDIROL R-1
ZOOM H2 
2* Stereo-Mikrofon, fb-Technik "STEREO-MOBIL"

2* Phantomspanungsgeber, fb-Technik "MINI-MOBIL"

Stativ
Steinberg WaveLab
M-Audio D/A-Wandler
BEYERDYNAMIC-Kopfhörer
ROTEL/LINN-Hifi-Anlage
Vorwort
Nach dem ich mich von meinem MD- und DAT-Kram getrennt habe, stand mal wieder vor der Entscheidung A oder B, der
WAV-Recorder.
EDIROL R-1 gebraucht über ebay für ca.250,-€ (ehemaliger Neupreis ca.450,-€) oder dem
ZOOM H2 bei vergleichbaren, technischen Leistungsangaben, im Neuzustand für 200,-€.
Da für mich Fealdrecordings den höchsten Anspruch an ein Aufzeichnungsgerät darstellt, bin ich zum Vergleichstest in ein gut besuchtes Musik-Geschäft gegangen.
Aufnahme-Ort
Eine Musikinstrumentenhändler, der mir zu diesem Test seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat. Da ich den Test innerhalb der Geschäftszeiten durchführte, konnte eine realistische Umgebungskulisse aufgenommen werden.
Der Test-Aufbau
Zwei Stereo-Mikrofone STEREO-MOBIL übereinander,
phasensymmetrisch montiert. Diese Anordnung gewährleistet bei der Analyse einen genauen A/B-Vergleich.
Die Aufnahmerichtung zeigte in die Raummitte. Unmittelbar hinter den Mikros befanden sich im Nahfeld zwei Computerlautsprecher, die später auch als Überlagerungssignal genutzt wurden.
Um eine individuelle Phantonmspannungsbeeinflussung aus zu schliessen, wurde jeweils, ein externer Phantomspannungsgeber MINI-MOBIL zwischen
Mikrofon und dem
WAV-Recorder geschaltet.
Bedienung
Das
EDIROL R-1 ist im Gegensatz zum
ZOOM H2, in seiner Bedienung ein äusserst sperriges und somit unsicheres Teil. Die Aussteuerungsanzeige ist nicht permanent sichtbar und zeigt nur einen Spitzenwert aus der Summe beider Kanäle an. Würde während der Aufnahme ein Kanal ausfallen, kann dieser Fehler bis zur Abhörphase im Mastering-Studio nicht erkannt werden!
Man kann auch während der Aufnahmephase keine Auflösequalität, keine Schwellwertfunktion und sonst welche Konfigurationen ablesen. Da der Aussteuerungspegel über ein Analogpoty eingestellt wird und keine Anzeige hat, ist eine reproduktive Arbeit unmöglich. Ausserdem gibt es für dieses Stellrad keine Sicherung, so dass einem versehentliche Verstellung, "
Tür und Tor geöffnet ist".
Daher ist beim
R-1 innerhalb der Vorbreitungsphase grösste Konzentration und Kopfhörerüberwachung gefordert!
Das alles ist beim
H2 ganz anders – so anders, das ich es für Perfekt und absolut Handhabungssicher halte!
Die Technik
Beide WAV-Recorder wurden bei gleicher Auflösung von
24bit/44,1kHz, ohne Zusatzfilter und Effekte, identisch aus gesteuert.
Die Auswertung
Jedes Einzelsignal wurde vor der Auswerteanalyse auf
-0,5db normalisiert und innerhalb der
WL-Montage synchronisiert. Danach wurden mehrere
A/B-Vergleiche mit Kopfhörer und über die HiFi-Anlage durchgeführt.
Auswerte-Ergebnis
Der Schwerpunkt meines Vergleichstest lag in der Qualitätsprüfung der externen Mikrofoneingang.
in Richtung des Signalweg liegt nach der 3,5mm-Stereo-Klinkenbuchse eine Zweikanal-Mikrofonvorverstärker-Stufe und einem anschliessenden A/D-Wandler, der in diesem Fall von einem Prozessor gesteuert wird. Jeder dieser Einzelmodule wird mit einer Spannungsquelle versorgt.
Hierbei brüstet sich
EDIROL mit einer diskreten Bauweise.
...
Marketinggag? ... Egal! ...
Auf jeden Fall fällt das Ergebnis beeindruckend deutlich aus. Der
EDIROL R-1 klingt frischer, durchsichtiger, aufgeräumter und entspannter. Ich fühle mich beim Abhören wieder in diesen Musikladen versetzt, kann sogar Verkaufsgespräche in 6m Entfernung nachvollziehen und mir die Raumgrösse plastisch vorstellen. Der Tieftonbereich ist vollkommen vorhanden. Ich empfinde das
Frequenzspektrum aus äusserst neutral und somit linear.
Bei Vollaussteuerung generieren beide ein leichtes Rauschen, dass aber für diese Preisklasse absolut oK ist. Hier ist es so, dass sich der
EDIROL im Tieftonbereich von seiner Linearität weg bewegt und den Bass leicht überhöht wieder gibt. Er mag halt lieber hochwertige, empfindliche Mikrofone, was ihm aber auch gegönnt ist!
Der
ZOOM H2 klingt dagegen eher wie eine Kunststoffdose; eng, matschig, breiig, der Mitteltonbereich (Sprach-Frequenzbereich) war überbetont und aufdringlich, im Hochtonbereich angestrengt, im Tieftonbereich eher schmal und lustlos!
Erste dachte ich an einen Fehler im vorgeschalteten Mikro-/Phantomspannungs-Zweig. Da ich währe der Aufnahmen-Session diese Kette vorsorglich getauscht habe, konnte dieser Fehler aber ausgeschlossen werden.
Fazit
Für den Preis von 200,-€ ist der
ZOOM H2 bei Aufnahmen über die eingebauten Mikrofone unschlagbar. Passende SD-Speicherkarte mit 2GB kosten zZ. nur noch 9,-€. Die Eigen-Mikros von
EDIROL sind dagegen gerademal für Besprechungs-/Tagungsmitschnitte geeignet.
Wer es hochwertiger mag, muss schon zu externen Mikrofonen, z.B. dem
SOUNDMAN oder noch besser dem STEREO-MOBIL greifen. Und genau da liegt die Stärke des
EDIROL R-1 (Gebraucht-Marktpreis 200-300,-€), wenn genug Vorbereitung möglich ist. Hier erst fängt die Professionalität für Klangliebhaber an!
Die
R-1 Messlatte kann weder vom
ZOOM H4 (in der Bedienung wesentlich umständlicher als
H2, ca. 300,-€) oder dem
R1-Nachfolger EDIROL R-9 (die Bedienung ist hier deutlich besser als
R-1, ca. 400,-€) genommen werden.
Wer mehr Kangqualität möchte, muss schon etwas tiefer in die Tasche greifen und sollte sich den WAV-Recorder von
MARANTZ für gute 500,-€ genauer ansehen!
Dieser, setzt in Jeder der Disziplinen noch einen drauf; perfekte Bedienung, wie
H2, mit etwas ausgeglichenerem
Klang und mehr Möglichkeiten als beim
EDIROL R-1!
Wie Immer, ist auch hier eine Frage der Investitionsgewichtung.
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fb // Stand 03´2008