Es gibt unendlich viele verschiedene Möglichkeiten Instrumente zu mikrofonieren. Es gibt kein Allheilmittel, welches zwingend ein gutes Ergebnis nach sich zieht. Ich möchte an dieser Stelle die Mikrofonierungen vorstellen, die am populärsten sind und sich in den meisten Studios durchgesetzt haben. Andere Lösungen sind immer möglich und unter Umständen sogar für die jeweilige Musik, sowie das jeweilige Instrument, besser geeignet.
Es sei auch noch vorweggenommen, das es nicht nur auf die Mikrofonierung ankommt. Neben der sinnvollen Mikrofonposition spielt neben der Güte des Mikrofons natürlich ebenso der Raum, das Instrument und nicht zuletzt der Musiker eine entscheidende Rolle. Klingt ein Drumset wie ein Schuhkarton, kann daran das beste Mikrofon der Welt kaum etwas ändern!
Es ist ein allgemeiner Trugschluss im Amateurbereich, dass ein Schlagzeug nur gut und fett klingt, wenn alle Komponenten des Sets einzeln und möglichst direkt abgenommen werden. Durch Laufzeitunterschiede und Frequenzüberschneidungen kann durch eine solche Mikrofonierung gegebenenfalls ein undifferenzierter Matsch entstehen. Zwar hat sich diese Art der Mikrofonierung im Rock-Pop und Metal-Bereich etabliert, dennoch ist sie nicht die einzige Möglichkeit. Daher möchte ich zuerst auf eine vollkommen andere Möglichkeit zu sprechen kommen.
Jetzt kann man das dritte und letzte Mikrofon positionieren. Auch hier sollte wieder ein Abstand von ca. 1,5m gewählt werden. Gemessen wird hier wieder von der Snare, jedoch wir das Mikrofon dieses Mal neben der Floortom positioniert. Die Höhe ist von der Floortom abhängig. Sie sollte so gewählt sein, dass das Mikrofon gerade eben über die Floortom hinausschaut und auf die Snare gerichtet werden kann. Auch jetzt sollte die Phasenlage kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert werden. Hierzu kann man entweder die Phasenlage des Mikrofons drehen, oder wenn das nichts hilft, oder zu einem nicht zufriedenstellenden Ergebnis führt, wieder die Position, langsam verändern, bis auch hier das Signal klar und differenziert wird. Das dritte Mikrofon unterstützt die rechten Overheads und verleiht dem gesamten Set mehr tiefe. Klingt das Ergebnis zu räumlich, können die Abstände der Mikrofone (möglichst im gleichen Verhältnis) verringert werden. Im Stereopanorama kann man nun die beiden letzten Mikrofone etwas links und rechts positionieren, um ein breiteres Stereobild zu erzeugen. Hierbei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass Kick und Snare primär aus der Mitte wahrgenommen werden. Zusätzlich zu dieser Hauptmikrofonierung können natürlich auch noch Stützmikrofone angebracht werden, um beispielsweise der Kick noch mehr Volumen zu verleihen.
Bei der Abnahme der Einzelkomponenten benutzt man in der Regel eine Mischung aus dynamischen und Kondensatormikrofonen. Für Snare, Toms und Kick werden hier gerichtete, dynamische Mikrofone verwendet, da diese einen sehr hohen Schalldruck aushalten, für die Overheads wählt man Kondensatormikrofone, je nach Mikrofonie gerichtet oder ungerichtet, da diese die hohen Frequenzen der Cymbals feiner auflösen.
Die HiHats:
Auf Grund der stark höhenbelasteten HiHats bietet sich hier der Einsatz eines Kleinmembran-Kondensatormikrofons an. Dieses kann über oder unter der Hihat positioniert werden, jedoch keinesfalls vor den HiHat Becken, da der Luftstrom einer getretenen HiHat Poplaute erzeugen kann. Je nach Beschaffenheit der Becken kann das Mikrofon näher an den Rand oder näher an die Bell positioniert werden. Durch die Wahl des Winkels kann auch hier wieder ein weicher Übergang der verschiedenen Zonen geschaffen werden.
Die Overheads:
Um Overheads abzunehmen gibt es sehr viele Methoden. Die meissten nutzen hier für Kleinmembran-Kondensatormikrofone, wie z.B. das Neumann KM184, das Sennheiser e914 oder das AKG C1000s. Bei diesen Mikrofonen handelt es sich um gerichtete Mikrofone. Dennoch müssen sie nicht zwangsläufig im XY oder ORTF Verfahren angeordnet sein. Diese Mikrofonieen klingen zwar sehr schön, dennoch ist vielen Musikern und Ingenieuren, gerade im Rockbereich, das Ergebnis zu indirekt. Positioniert man die Mikrofone, ähnlich wie beim AB, über den Overheads und verringert den Abstand auf ca. 30-40 cm, so springen einem die Overheads nahezu ins Gesicht! Bei geringeren Abständen muss man mit Phasings rechnen.
Es können selbstverständlich auch Großmembranmikrofone verwendet werden oder auch Mikrofone mit
Kugelcharakteristik. Im letzeren Fall sollte man in jedem Fall die Phasenlage überprüfen und den Abstand nicht zu groß wählen!
Es macht in den seltensten Fällen Sinn, mehr als zwei Overheadmikrofone zu verwenden. Um eine Auswahl zu haben, kann es sinnvoll sein. Bei vielen Mikrofonen (z.B. jedes Becken einzeln) kann das Ergebnis wieder sehr schwammig und indirekt werden. Bei sehr großen Sets (z.B. Mike Portnoy von Dream Theater) macht eine Abnahme mit mehr Mikrofonen Sinn! Das Ridebecken zusätzlich einzeln zu mikrofonieren, kann zu einem sehr schönen Ergebnis führen. Hierbei ist so vorzugehen, wie bei den HiHats beschrieben.
Der Raum:
Gerade bei der einzelabnahme der Komponenten und einer sehr direkten Abnahme der Overheads, geht der Eigencharakter des Sets schnell verloren. Daher bietet es sich an, auch den Raum zu mikrofonieren. Hierbei kommen oft großmembran Kondensatormikrofone zum Einsatz, die im klein AB ca. 2-3m frontal vor dem Set positioniert werden. Mischt man diese Raumanteile vorsichtig dem Set bei, entsteht ein sehr direktes, jedoch natürliches Abbild des Sets.
Im Livebereich werden die Felle des Sets oft abgeklebt, um die Resonanz einzuschränken, was die Gefahr einer Rückkopplung minimiert. Im Studioeinsatz sollte darauf nach Möglichkeit verzichtet werden, da das Set so sehr schnell "tot" wirkt.
1.2 elektrische Gitarre:
Elektrische Gitarren, insbesondere im HiGain bereich, stellen eine besondere Herausforderung dar. Auf Rock- und Metalscheiben stösst man häufig auf eine "Wand" aus Gitarren, die wahnsinnig präsent und fett bis in tiefe Frequenzbereiche runter, sehr druckvoll und fett klingt. Um ein solches Ergebnis zu erziehlen, sollte man nicht außer Acht lassen, dass im Mix auch noch die Bassgitarre hinzugemischt wird, welche einen Hauptanteil der Bässe mitbringt. Unerfahrene Techniker und Ingenieure versuchen daher schon bei der Gitarrenaufnahme diesen Sound hinzubekommen, was im Endmix zu einem muffeligen und matschigen Ergebnis führt. Hier sollte man also alle im Mix enthaltenen Komponenten im Auge behalten und sich von Anfang an auf die Frequenzbereiche konzentrieren, die eine Gitarre von Haus aus mit sich bringt. Einen Tiefbassbereicht hat sie z.B. nicht!
Es gibt verschiedene Arten von Gitarrenverstärkern, ganz abgesehen vom
Klang. Man unterscheidet im Grunde zwischen einem Kombo und einem Stack, bzw. Fullstack. Ein Kombo ist ein Verstärker, der zusammen mit der Gitarrenbox in einem Gehäuse verbaut wurde. Ein Stack besteht aus einem Topteil, in dem im Normalfall die Vor- und die Endstufe verbaut ist, und aus der Box. Die Box kann ein bis vier Chassis besitzen. Gitarrenboxen mit mehr als vier Chassis sind mir nicht bekannt. Hat die Box mehr als ein Chassis, ist es keine Seltenheit, dass diese kleine klangliche Unterschiede mitbringen. Werden diese also direkt Mikrofoniert, kann es bei den verschiedenen Chassis zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Hierbei entscheidet der Geschmack des Musikers und des Ingenieurs, welches Chassis wie abgenommen wird.
Es gibt Grundsätzlich zwei verschiedene Arten einen Amp zu mikrofonieren. Eine direkte und eine indirekte Mikrofonierung. Bei der direkten Mikrofonierung wir das Mikrofon, bzw. die Mikrofone, sehr nah an den Lautsprecherchassis positioniert. Hierbei ist zu beachten, dass in der Nähe der Kalotte der
Klang am obertonreichsten und schäfsten ist, richtung Sicke hin der Sound einen größeren Tiefenanteil bekommt. Mit dem Winkel vom Mikrofon zum Chassis lassen sich so, selbst auf sehr geringe Distanz Mischsounds herstellen. Oft werden verschiedene Mikrofone gleichzeitig verwendet, die unterschiedliche Klangfärbungen mit sich bringen und an unterschiedlichen Positionen aufgestellt werden. Hierbei sollte die Phasenlage beachtet werden. Am Besten fährt man, indem man mit einem Kopfhörer den Sound überprüft und während ein Signal anliegt, mit dem Mikrofon an der Box entlangfährt, bis man eine Position gefunden hat, die einem gefällt. Hierzu können dynamische, sowie auch Kondensatormikrofone genutzt werden. Häufig verwendete dynamische Mikrofone sind z.B. das Sennheiser MD421, Sennheiser MD441, Sennheiser e906 oder das Shure SM57. Häufig verwendete Kondensatormikrofone sind z.B. das Neumann U87, Neumann U89, Neumann TLM103, Neumann TLM170 oder das AKG C414.
Bei der indirekten Mikrofonie wird ein, zumeist großmembran
Kondensatormikrofon, ein einem variablen Abstand, vor den Amp gestellt. Der Dadurch eingefangene Mix aus Raum- und Direktschall klingt oft sehr natürlich und offen.
Oft werden auch beide Verfahren gemischt angewand. Hier ist unbedingt auf die Phasenlage zu achten und gegebenenfalls der Abstand des Raummikrofons zu verändern.
Um einen kräftigen Bass zu bekommen, kann man zusätzlich ein Grenzflächenmikrofon vor den Amp legen oder auf der Rückseite des Boxengehäuses (insbesondere bei offenen Boxen) ein Großmembranmikrofon positionieren. Auch hier muss die Position wieder durch ein Ausprobieren gefunden werden.
Vorsicht! Hierbei kommt es schnell zu einem ungewollten Wummern!
1.3 akustische Gitarre:
Akustische Gitarren haben einen sehr obertonreichen
Klang und sollten daher überwiegend mit Kondensatormikrofonen aufgezeichnet werden. Erfahrungsgemäß erhält man mit kleinmembran Mikrofonen die schöneren Ergebnisse, was jedoch nicht allgemeingültig ist.
Die verschiedenen Bereiche einer akustischen Gitarre haben auch einen unterschiedlichen
Klang. Am einfachsten mikrofoniert man in der Nähe des Stegs und / oder am Übergang vom Korpus zum Hals. Direkt vor dem Schallloch ist der Sound meisstens zu Basslastig.
Die einfachste Variante eine akustische Gitarre zu mikrofonieren ist die, ein kleinmembran
Kondensatormikrofon mit
Nierencharakteristik auf Höhe des Stegs mit einem Abstand von 20-40cm zu positionieren. Durch den Winkel zum Schallloch hin, erhöht man den Tiefenanteil um einen volleren Sound zu erlangen. Manche Gitarren klingen am Hals schöner. In diesem Fall ist dort genauso zu verfahren, wie beim Steg.
Mit einem zusätzlichen kleinmembran
Kondensatormikrofon, auf etwa der Ohrhöhe des Gitarristen, mit einer Ausrichtung auf den 12. Bund der Gitarre, erhält man ebenfalls sehr schöne Ergebnisse, wobei das Mikrofon auf der dem Hals entgegengesetzen Seite zu positionieren ist, sodass das Mikrofon diagonal über den Korpus auf den 12. Bund zeigt.
Ist ein weniger höhenreiches, weicheres Abbild der Gitarre (z.B. eine Westerngitarre im Rockbereich) erwünscht, kann hier gegebenenfalls ein dynamisches Instrumentenmikrofon, wie z.B. das Shure SM57 verwendet werden. Die Position ist ebenfalls, wie beim Kondenser, am Steg oder am Hals zu suchen.
1.4 elektrische Bassgitarre:
Die elektrische Bassgitarre bekommt in vielen Fällen nicht die Aufmerksamkeit geschenkt, die sie verdient. Oft wird sie nur über eine DI-Box direkt aufgezeichnet, was jedoch meisst zu unbefriedigenden Ergebnissen führt. Da die Bassgitarre, zusammen mit dem Schlagzeug, das Fundament in jedem Rocksong bildet, sollte auf ihren
Klang auch ein genausogroßes Augenmerkt gerichtet werden, wie auf eine elektrische Gitarre oder das Drumset.
Die Bassgitarre mit einer DI-Box aufzuzeichnen ist vom Grundlegenden her nicht falsch, sollte jedoch nicht die einzige Aufnahmequelle bleiben. Bei Bassverstärkern gibt es, ähnlich wie bei Gitarrenamps, die Unterscheidung zwischen Kombos und Stacks. Der einzige Unterschied besteht darin, dass Bassstacks Boxen, bis zu 10 Chassis besitzen können. Im Studiobereich fährt man mit kleineren Boxen jedoch genausogut.
Die Abnahme des Bassamps ist nahezu identisch zur Abnahme einer Gitarrenbox. Je nach Musikstil bietet es sich jedoch an, auch mal eine etwas unkonventionelle Methode einzuschlagen. In einem fettklingenden Rock- oder Metalsong kommt es oft sehr gut, ein Splitsignal vom Bass zusätzlich in einen verzerrten Gitarrenamp laufen zu lassen und diesen mit Aufzuzeichnen. Hierzu eignet sich beispielsweise das AKG D112 hervorragend! Das so entstandene verzerrte Mischfundament aus Bass- und Gitarrenamp, lässt die zugemischten Gitarren gigantisch wirken.
1.5 akustische Bassgitarre:
Akustische Bassgitarren verhalten sich ähnlich der konventionellen akustischen Gitarre und können auf die gleiche Art und Weise mikrofoniert werden.
1.6 Kontrabass:
Der Kontrabass ist ein monströses Instrument mit einem monströsen Volumen. Um dieses standesgemäß abbilden zu können, greift man hier im Normalfall auf ein großmembran
Kondensatormikrofon zurück. Besonders häufig findet man hier das Neumann U87. Es wird mit einer
Nierencharakteristik auf den Steg es Instruments gerichtet. Verfügt das Instrument über einen zusätzlichen DI Ausgang, kann man mit dem daraus resultierenden Mischsound ein sehr schönes Verhältnis zwischen Ton und Seitengeräuschen erzielen. Ich bevorzuge den "Einbau" des Mikrofons. zu diesem Zweck schalte ich das U87 auf die
Kugelcharakteristik um und positioniere es mit Gummis und Schaumstoff im, bzw. unter dem Steg des Basses. Der so entstehende
Klang ist sehr voll und naturgetreu. Sebstverständlich kann man auch hier mit der Position und der Charakterisik spielen und mit mehreren Mikrofonen arbeiten. Auch der zusätzliche Einsatz eines Bassverstärkers kann richtig gut Dampf machen.
1.7 Streicher allgemein:
Streicher kann man im allgemeinen am besten mit kleinmembran Kondensatormikrofonen aufzeichnen. Gerade wenn Streicher in Gruppen spielen, liefert das ORTF-Stereofonieverfahren exzelente Ergebnisse. Ich würde bei Gruppen immer nur das Hauptmikrofon verwenden und Stützen erst nutzen, wenn das Enseble so groß wird, dass es in der Tiefenstaffelung nicht mehr ausreichend abgebildet werden kann. Hierzu ist ein Raum mit guten akustischen Werten geradezu eine zwingende Voraussetzung.
1.8 Flügel:
Um einen Flügel zu mikrofonieren gibt es sehr viele verschiedene Varianten. Dabei ist der Fantasie im Bezug auf die Anzahl der verwendeten Mikrofone, kaum eine Grenze gesetzt. Ich möchte mich an dieser Stelle auf Varianten mit zwei bis drei Mikrofonen beschränken.
Die wohl einfachste Variante einen Flügel zu mikrofonieren, besteht darin, die Seiten, auf Höhe der Hammermechanik, parallel zur Klaviatur mit zwei kleinmembran Kondensatormikrofonen mit
Nierencharakteristik abzunehmen. Die Mikrofonkapseln sind jeweils im linken und rechten Drittel mit einem Saitenabstand von ca. 10-30cm in der Höhe, zu positionieren. Das hieraus resultierende Ergebnis ist ein relaitiv perkusiver, breiter
Klang. Um die Bässe zu betonen kann optional ein Großmembranmikrofon am Ende des Flügels über den Basssaiten positioniert werden.
Ein sehr schönes und Offenes Klangergebnis liefert eine Variante, in der zwei großmembran Kondensatormikrofonen mit
Nierencharakteristik im ORTF Verfahren seitlich vor den geöffneten Flügel positioniert werden. Hierbei sind die Nieren nach links und rechts, auf die diagonal verlaufenden Saiten zu richten, sodass ein breites, weicheres Abbild geschaffen wird. Besonders schöne Ergebnisse erzielt man hier mit zwei Neumann U87.
Sollte aus optischen Gründen der Flügel zwingend geschlossen gehalten werden, erreicht man mit an die innenseite geklebten Grenzflächen ebenfalls noch sehr gute Ergebnisse.
Für ein etwas mattierten Sound, wie er beispielsweise im Jazz verwendet wird, kann der Flügel mit schweren Stoffen bedeckt werden, was die Höhenfreisetzung enorm beeinträchtigt. Die zu verwendenden Mikrofone und deren Aufstellung sind in diesem Fall auszuprobieren. Eine Mikrofonie von unten, kann jedoch von Vorteil sein.
1.9 Solostimmen:
Solostimmen sollen im Normalfall sauber, direkt und druckvoll abgebildet werden. Hierzu eignen sich besonders kleine, gut dedämmte Räume mit kurzen Nachhallzeiten. Als Mikrofon wird meisstens ein großmembran
Kondensatormikrofon verwendet, wie z.B. das Neumann U47, Neumann U87, Neumann TLM170, Brauner VM1 oder das Brauner VMX. Auch Kleinmembranmikrofone wie z.B. das Schoeps MK4 werden in vereinzelten Fällen verwendet.
Sollte kein passender, ausreichend gedämmter Raum zur Verfügung stehen, hilft die Nutzung eines Micscreens schon viel weiter.
In jedem Fall sollte ein hochwertiger Popschutz verwendet werden, um eine Bassüberbetonung oder Krachen bei perkusiven Lauten, wie z.B. "P" oder "B" zu minimieren. Der Sänger oder die Sängerin positioniert man am Besten frontal in einem Abstand von 20-30cm vor dem Mikrofon. Bei Röhrenmikrofonen ist zu beachten, dass es verkehrtherum aufgehängt wird, da die Röhre im Innern des Mikrofons warm wird und es dadurch vor der mikrofonkapsel durch die aufsteigende Wärme zu Luftverwirbelungen kommen kann, die das Klangergebnis beeinflussen.
Bei einem akustisch einwandfreie gestalteten Raum, bietet sich die
Kugelcharakteristik an, da diese am natürlichsten und schönsten klingt. In den meissten Fällen ist jedoch die
Nierencharakteristik zu nutzen.
Auch Backings und Zweitstimmen können so wunderbar aufgezeichnet werden.
1.10 Chor:
Bei der Aufnahme von Chören, sollte man von der Verwendung von Einzelmikrofonen absehen, da ein starkes Übersprechen der einzelnen Stimmen vorprogrammiert wäre. Ein sehr schönes Ergebnis erzeilt man hier, ähnlich wie bei Streichern, mit zwei kleinmembran Kondensatormikrofonen im ORTF-Stereofonieverfahren, oder aber mit zwei Kugeln im klein- oder gegebenenfalls groß AB. Im letzeren Fall ist jedoch wieder auf die Phasenlage zu achten.
Um einen möglichst breiten Chor abzubilden, bei dem es nicht zwangsläufig auf die Ortung der einzelnen Stimmen ankommt, würde ich persönlich das AB-Stereofonieverfahren bevorzugen, wenn es um die Ortung der einzelnen Stimmen geht, das ORTF. Eine XY-Stereofonie ist an dieser Stelle, zumindest nach meinem Geschmack, im Stereobild zu schmal.
2. Mikrofonierung im bereich der klassischen Musik:
Im klassischen Bereich wird sehr viel Wert darauf gelegt, das Orchester oder Enseble möglichst naturgetreu abzubilden. Daher entscheidet man sich in der Regel für eine Position im Saal, die besonders schön klingt für die Position des Hauptmikrofons. Falls es von Nöten ist, wird dann innerhalb des Orchesters die ein oder andere Stütze positioniert, die in jedem Fall korrekt an das Stereopanorama angepasst werden muss, um den räumlichen Eindruck des Orchesters nicht zu zerstören. Die Anwendung von kleinmembran- und großmembran Kondensatormikrofonen ist hier zu gleichen Teilen vertreten. Zwar sollte auch hier auf die Phasenlage geachtet werden, jedoch handelt es sich hierbei nicht um die Musik, die in der Küche gehört wird, sondern eher auf einer hochwertigen Stereoanlage. Daher fallen leichte Verschiebungen nicht so sehr ins Gewicht, wie bei populärer U-Musik.
Die Räumlichkeit ist bei dieser Art von Musik besonders wichtig! Die Akustik sollte nicht zu trocken sein, um auf den Zusatz von Halleffekten nach Möglichkeit verzichten zu können. Ist die Akustik entsprechend, genügt oft alleine das Hauptmikrofon ohne Stützen, um das Schallereignis zur Befriedigung abzubilden.
Die Stereofonieverfahren ORTF und AB sind hier am verbreitesten.
Um die Position der Instrumentengruppen beim Abhören genau zuordnen zu können und die Tiefenstaffelung des Orchesters korrekt abzubilden, ist ein besonders genaues Arbeiten von Nöten, da ein Fehler bei der Aufnahme in einer etwaigen Postpro sogut wie nicht mehr zu reparieren ist.