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Montag, 6. Dezember 2010, 11:51

Schlagwörter

Abhöranlage einmessen, Abhöranlage optimieren, Akustik, Einrichtung einer Abhöranlage am Regieplatz, Monitoring, Optimierung Abhörplatz Tutorial, Studioboxen einmessen, Studiomonitore, Studiomonitore einmessen

Kurzbeschreibung

Das Tutorial beschreibt die Einrichtung einer Abhöranlage am Regieplatz, nennt die notwendigen Voraussetzungen und erläutert die Prozedur des Einmessens.

Artikel



1. Vorwort

Der Regieraum eines Tonstudios ist idealerweise ein hinsichtlich akustischer Eigenschaften baulich optimierter und frequenztechnisch angepasster Raum sowohl für den Toningenieur als auch für eventuelle Zuhörer. Neben den klanglichen Eigenschaften und der Auswahl verschiedener Abhörsysteme bietet er eine angenehme Abhöratmosphäre mit Tageslicht, flexiblem Equipment und bequemen Sitzmöglichkeiten bei großem Raumgefühl. Eine solche Ausstattung wird sich jedoch kaum ein Homestudio-Inhaber leisten können. Dieses Tutorial soll darstellen, wie es dennoch geht. Ich spreche daher auch nicht von einem Regieraum sondern von einem Regieplatz, der möglicherweise auch im Aufnahmeraum liegen kann, falls keine getrennten Räume zur Verfügung stehen.

2. Raumanforderungen:

Es liegt auf der Hand, dass der Regieplatz akustisch gesehen einigermaßen neutral klingen sollte. Über- oder Unterbetonungen einzelner Frequenzbereiche sind unerwünscht. Dem Toningenieur sollte möglichst eine „Allerweltakustik“ zur Verfügung stehen. Besonders negative Einflüsse der Raumbeschaffenheit, die unerwünschte Resonanzen oder Echos hervorrufen, wären baulich entgegenzuwirken. Siehe hierzu ggf. auch: [Akustik verbessern] - Akustische Optimierung des Regieraumes. Klingt der Raum ohne wesentliche Auffälligkeiten, ist alles gut. Als Test empfehle ich hier eine Akustik- / Geräusche CD. Anmerkung: Solche CDs beinhalten häufig auch Hinweise auf Besonderheiten, auf die man beim Hören aufmerksam gemacht wird.

3. Elemente der Abhöranlage:

Benötigt werden ein Paar Boxen, ein Verstärker (sofern es sich nicht um aktive Boxen handelt, die keinen separaten Verstärker benötigen) und ein Equalizer. Dabei wird das Abhörsignal vom PC oder Mischpult durch den Equalizer über den Verstärker zu den Boxen oder (ohne separaten Verstärker) direkt zu den Aktiv-Boxen geleitet. Der Equalizer bleibt fester Bestandteil dieser Anordnung und dient der akustischen Anpassung an den Regieplatz.

a) Abhörboxen / Monitore
Üblicherweise werden spezielle Monitorboxen eingesetzt, die sich von HiFi-Boxen in erster Linie in einer höheren Impulsfestigkeit, einem wahrscheinlich gradlinigeren Frequenzverlauf und einem besseren Abstrahlverhalten unterscheiden. HiFi-Boxen sind darauf eingerichtet, in ihrer Dynamik eher komprimierte Impulse zu übertragen, während Monitorboxen auch einen übereifrigen Tritt auf die Basedrum noch verkraften sollten. Darüber hinaus beschönigen HiFi-Boxen gerne einzelne Frequenzbereiche, um beispielsweise den Bassbereich besonders hervorzuheben. Grundsätzlich sind zwar beide Boxenarten für die Abhöre geeignet. Spezielle Monitorboxen sind aber auf die Bedürfnisse eines Regieplatzes besser abgestimmt. Aktive Monitorboxen verfügen über einen eigenen (internen) Verstärker, der hinsichtlich der verwendeten Lautsprecher und Boxenkonstruktion optimiert sein sollte.
Vor dem Boxenkauf sollte man sich diese anhören und zwar in der Lautstärke, die man in seinem Studio in der Regel fahren würde. Manche Boxen entfalten ihren Sound erst bei größeren Lautstärken und andere klingen nur leise gut. Beim Probehören ist es hilfreich, eine von den Sounderwartungen her bekannte Aufnahme zu verwenden. Im Ergebnis sollte ein ausgewogener Klang herauskommen. Alles was jetzt stimmt, muss später nicht angepasst werden.

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.......................................................... Bildbeispiel für (aktive) Monitorboxen

b) Verstärker
Es gibt günstige Studio oder PA-Endstufen; aber auch jeder HiFi-Verstärker kommt in Betracht. Die Ausgangsleistung sollte nicht zu bescheiden gewählt werden. Ein Mehrfaches der Lautsprecherleistung ist empfehlenswert, da auch kurzfristig hohe Impulse sauber übertragen werden müssen. Bei der Verwendung aktiver Monitore wird kein (externer) Verstärker benötigt.

c) Equalizer
Hier kommen eigentlich nur (graphische) 31-Band-Stereoequalizer in Frage. Vom untersten Preisniveau würde ich Abstand nehmen. Der EQ soll den Sound korrigieren und nicht etwa Rauschen hinzufügen. Die meisten EQ verfügen über die Möglichkeit, den Wirkungsbereich der Fader von +/- 12dB auf +/- 6dB umzuschalten. Bei +/- 6dB erhält man einen feiner skalierten Regelbereich bei gleicher Faderlänge.


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..................................................Beispielbild für einen graphischen 2x31 Band Equalizer


4. Einmessen und Abstimmen der Anlage

Jetzt geht es darum, die verschiedenen Abhörpositionen mit dem Ziel zu optimieren, einen möglichst neutralen Sound zu hören. Neutral deshalb, weil der Toningenieur über etwaige Hervorhebungen oder Absenkungen einzelner Frequenzbereiche bestimmen soll und nicht etwa der Boxenhersteller. Für diese Prozedur ist der Einsatz eines Rauschgenerators, Messmikrofons und Analyzers erforderlich. Diese Geräte müssen nicht gekauft sondern können geliehen werden, da sie im Idealfall nur einmal benutzt werden. Professionelle Analyzer beinhalten bereits einen Rauschgenerator. Über den Rauschgenerator wird ein „Rosa-Rauschen“ auf die Monitore gegeben, das über das Messmikrofon „eingefangen“ und am Analyzer angezeigt wird. Am Equalizer werden nun die Frequenzbereiche (die bei einem 31-Band EQ den Anzeigen des Analyzers entsprechen) so eingestellt, dass der Analyzer eine möglichst gerade verlaufende Frequenzkurve anzeigt.

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......................................................Beispielbild für ein Messmikrofon

Das Messmikrofon steht dabei zunächst in Ohrhöhe am Abhörplatz des Toningenieurs, dem wichtigsten Messpunkt, da von diesem später die Klangregelung erfolgen soll. Weitere Messpunkte wären etwaige Zuhörerplätze. Da hier andere Messergebnisse zu erwarten sind, wäre ggf. eine Kompromisseinstellung am EQ aus mehreren Messpunkten anzustreben, wobei der Position des Toningenieurs im Zweifel Vorrang einzuräumen ist. Für diese (zunächst einmalige) Prozedur sollte man sich Zeit nehmen. Ein absolut gerader Frequenzverlauf ist nicht zu erwarten und dieser sollte nur durch Absenkungen einzelner Frequenzbänder am EQ korrigiert werden. Anhebungen sind nicht zu empfehlen. Am Ende hilft der BYPASS-Schalter am EQ und mittels der oben bereits empfohlenen Akustik-CD können die Verbesserungen auch deutlich wahrgenommen werden.

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........................................................Frequenzkurve vor der Korrektur


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.................................................... Frequenzkurve nach der Korrektur


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...................................................Beispiel für einen perfekten Frequenzgang

Lexikon 4.1.5, entwickelt von www.viecode.com