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17

+++ Erfahrungsbericht mit dem Kompressor-PlugIn "endorphin" +++

Bewertung:

Von fb-T, Samstag, 4. Juni 2011, 14:12


_____________________________________________________________________________________________________________________

__Vorgeschichte__
Bei zeitweiliger Lustlosigkeit, Desinteresse am Audimaterial oder gesundheitsbedingtem Konzentrationsmangel, kommt nüchtern oder tage Später betrachtet nichts Vorzeigbares raus.

Einen Masteringauftrag vor der Brust, Erkältung in den Knochen – muss ja doch irgendwie weiter gehen – setzte ich nach langem Zögern dann doch den endorphin-Kompressor ein.
Aber, was da trotz o.g. Widerstände bei raus kam, hat mit vollends überzeugt.

Download (Freeware!)


__Klang__
Der endorphin hat ein Eigenleben – wie die alten Röhren-Maschinen - und KLINGT, genau so!
Der Sound wird fetter, runder, satter und saftiger. Kurz MUSIKALISCHER!!! Höhen sind spritzig und klar, werden aber nie schmerzhaft schrill. Blasinstrumente können also doch aus Kalotten-Lautsprechern blasen. Selbst bei stärkerer Komp. bleiben die audiphilen Soundlücken (Klangpausen) absolut schwarz und tief, wie die Blaukontraste des Mittelmeers. Trotzdem bleibt das Gesamtgeschehen offen und transparent. Alle Instrumente klingen entspannt, natürlich und homogen.

__Raum__
Die Raumaufteilung hat mich hingegen nicht direkt überzeugt. Zwar tritt vieles ungewöhnlich weit in den Vordergrund, vermisse aber eine nachvollziehbare Tiefeinstaffelung hinter den Abhörlautsprechen. Auch sortiert mir der endorphin den mittleren Panoramabereich ein wenig zu viel aus der Mitte heraus nach rechts und links.
Ev. muss ich mich noch eingehender mit den endorphin-Parametern beschäftigen. Zum Entwickler, Sascha Eversmeier konnte ich diesbezüglich leider noch keinen Kontakt aufnehmen.

__Intuitiv__
DER sehr bittere Beigeschmack bleibt trotz des überzeugenden Sounds; ich sehe nicht welche Parameter (im Hintergrund) genau verstellt werden. Von einer kontrollierten Reproduktion ganz zu schweigen…
Die Ohren sagen "Hauptsache es klingt GUT" – aber "das Auge und der Verstand mastert schließlich auch mit". Ev. Spätfolgen der Konditionierung durch deutsche Schulbänke…

__echt Negativ__
Warum programmiert jeder ~2te Hersteller einen Limiter, der sich nicht abschalten lässt, in seinen Komp. ein? Für mich nicht nur Überflüssig, sondern extrem Störend. Bei mir wird das Signal irgendwo in der Mitte der VST-Kette komprimiert und erst am Ende limitiert. Zumal die 32bit-Float-Auflösungen keine Übersteuerung kennt. So habe ich alle VST-Elemente/Audio-Signale innerhalb der Kette besser unter Kontrolle!
Hinzu kommt, dass der Lim. sehr unzuverlässig arbeitet – dauernd schießen Peaks über 0dB heraus. Das zwingt mich, das Signal niedriger an zu setzen und somit den Header über dem Arbeitspunkt nicht voll aus zu nutzen.




__Fazit__
Trotz der (vermeintlichen) Nachteile und Unstimmigkeiten sieht das Ergebnis herausragend gut aus. Daher wird der endorphin–Komp. vorerst als festes Glied in meiner Standard-Kette verankert!
Mal sehen ob es einen ähnlich herausragenden Graphik-EQ als Freeware VST-PlugIn gibt – jetzt, nach endorphin, scheint mir meiner etwas zu analytisch…

__Meine endorphin v1.1-Grundeinstellungen__
input 6dB
tight
sat 10 [leider ohne Einheit]
attack 10 [sollte ms sein]
release 100 [ms vermutlich]
comp low 50 [was auch immer]
comp high 50 [unbekannt verzogen]
Stereo
vca
mix 0/0
output 0dB

Dieser Artikel wurde bereits 255 mal gelesen.

Tags: Erfahrungsbericht Endorphin, Kompressor PlugIn, Röhren, Tiefeinstaffelung

Kategorien: Testberichte

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Kommentare (2)

  • 2

    Von leader (Samstag, 4. Juni 2011, 20:15)

    Also jetzt will ich das Teil unbedingt testen.
    Danke für diesen Bericht! Super ...

  • 1

    Von AI-Mastering (Samstag, 4. Juni 2011, 17:10)

    Danke für diesen tollen Erfahrungsbericht!

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