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### kurze Begriffszuordnung: PEAK vs. RMS vs. Lautheit ###

Bewertung:

Von fb-T, Freitag, 24. Juni 2011, 16:29

Es geht hier um 3 Begriffe und deren Zuordnung;
Peak
RMS
Lautheit


Peak

ist der absolute(!) Lautstärkenwert (Spitzenwert, Scheitelwert, Kipppunkt) in [dB]. Dass heisst, dass dieser Wert unabhängig von der Frequenz (Schwingungsgeschwindigkeit) den höchsten Wert darstellt. Für den Mastering-Ingenieur der wichtigste Wert, der auf keinen Fall über 0dB (in den positiven Wert = Übersteuerung) ragen darf. Denn, im Gegensatz zu den früheren rein(!) analogen Arbeitsschritten (teils gewollte Verzerrungen), verträgt der D/A-Wandler "Übersteuerungen" auf keinen Fall.
Beim NORMALISIEREN oder LIMITERN wird der Peak-Wert möglichst nahe an 0dB gesteuert. Wenn kein Brickwall-Limiter (eigenes Thema) zur Hand ist, empfehle ich als Max-Wert -0,5 bis -0,3dB vor zugeben.

RMS

ist ein (veraltertes) Messwert-Verhalten/-Verhältniss (Effektivwert)!
Es kommt aus der Zeit, in der es nur analoge Zeiger-Messgeräte gegeben hat. Diese Messwerke sind von Natur aus träger und können daher den Schwingungen nur langsam folgen. (*1)
Bsp: Wenn der tatsächliche Peak schon den Scheitelpunkt überschritten hat und wieder auf dem Weg zum 0-Durchgang ist, nimmt dieser das Zeiger-Messwerk mit. Somit erreicht das Zeiger-Messwerk (so gut wie) nie den absoluten Spitzenwert!
Daraus folgt; je höher die Frequenz ist, umso weniger vom tatsächlichen Spitzenwert zeigt das analoge(!) Zeiger-Messwerk an. Dieses Verhältnis ist in einer mathematischen Funktion/Formal hinterlegt. Somit ist das Verhältnis von RMS zu Peak absolut Frequenzabhängig!
In der Audio-Bearbeitungstechnik hat man(n) sich auf die Einheit [dB] verständigt. Das RMS-Verhältnis taucht aber überall da auf, wo analoge(!) Messwerke (bis in die 1970er Jahre gab es nichts anderes) wechselhafte Werte messen müssen. In der heutigen/digitalen Zeit hat man diesen RMS-Parameter aus unsinniger Gewohnheit(!) übernommen. Es gibt schon seit vielen Jahr-Zehnten keine ernstzunehmenden "Zappel-Messwerke" mehr. Bsp: Spannungs/Strommessung/Schwingungsmessung. Unsere 230V-Steckdosenspannung (50Hz) ist ein RMS-Wert...
Daher kommt auch der Spruch "wer Misst misst Misst"!

(*1) Zur Verdeutlichung habe ich da noch ein Bild im Kopf;
Fussball - Stürmer (im gesetzten Alter, aber, mit unmengen Erfahrungen...) steht an der Mittellinie (und unterhält sich mit einem gegnerischen Spieler über "Dies und Das"...) - Ball wird von seinem Torwart zum gegnerischen Tor geballert - Stürmer läuft los - ist (ausser Atem) in der Höhe des Strafraum des Gegners - Ball wird gerade jetzt
(PEAK, SPITZENWERT, KIPPPUNKT) vom gegnerischen Torwart aufgenommen und über dem Kopf des Stürmers zum eignen Tor "gepöllt" - Stürmer sieht den Ball über seinen Kopf fliegen - bricht seinen Lauf ab - Stoppt - dreht um - und läuft in die Richtung des eigenen Tors, um SEINEN Torwart zu unterstützen. ~~~ u.s.w.~~~
Je heftiger und schneller (FREQUENZ) die Torwarte abstoßen und je langsamer der Stürmer läuft, umso weniger Strecke, bis zum gegnerischen Tor (PEAK, SPITZENWERT, KIPPPUNKT) kann der Stürmer zurück legen (MESSWERK-TRÄGHEIT).
Um bei unserem Gedanken-Beispiel zu bleiben, symbolisiert die Spielfeldmittellinie in der Audiotechnik die NULLLINIE, den NULLDURCHGANG.

Lautheit

ist kein definierter Wert, sondern ein "empfundenes" Lautstärkenempfinden! Also ein persönliches Empfinden, wie "Laut" ein Audio-Signal "scheint".
Es gibt Rechenmodelle mit der Einheit [dB], die aber äußerst umstritten sind.
Dieser mathematische und empfundene Mittelwert orientiert sich nach der Signaldichte und dem Signalvolumen, dass in der Annäherung integral/differential beschrieben werden kann…
In der Praxis bedeutet das, dass ein Jazz-Musikstück leise "wirkt" wenn nur wenig laute Peaks auftauchen, obwohl diese Spitzenwert-Peaks mit 0dB ausgesteuert sind. Ganz im Gegensatz zu einem Pop-Musikstück, das durchs Extrem-Komprimieren/Maximieren im Mixing/Mastering so "verwurstet"(!) wurde, dass das Klangbild gar keinen Hintergrund/Vordergrund (alle Musiker, Instrumente und Nebengeräusche stehen gleichwertig zwischen den Lautsprechern) mehr hat, obwohl das Stück einen Max-Peak von -6dB aufweist. Hier ist das Einatem-Geräusch einer Sängerin genau so laut wie der Gesang selber.
Beim hören eines Stückes mit hoher "Lautheit" kann unsere Ohr/Gehirn-Kombination durch das fehlen jeglicher Geräusch-Pausen nicht mehr differenzieren. Eine stressartige Be/Überlastung ist die Folge.
Die Lautheit hat aber auch Vorteile;
(1) geringere Radio-Sendeleistung bei gleicher Reichweite.
(2) Minderwertige Lautsprecher/Kopfhörer können auch feinere Signale übertragen
(3) Musik kann "nebenbei" besser verfolgt werden – "DAUERBERISELUNG" Kaufhaus, Unterwegs, Party etc.

Eine Lautheits-Vergrösserung fängt schon bei jeglichem Einsatz von Kompressor und Limiter an. Beim Mastern sollte es aber nur(!) um eine gehörkorregierte Lautstärkenanpassung gehen. Dieses wiederum kommt aus der Live/Konserven-Diskrepanz (wieder neues Thema…).

ENDE

Soooo, könnte es noch Seitenweise weiter gehen. Das sollte hier aber zur Übersicht und zum besseren Einordnen reichen.

Dieser Artikel wurde bereits 260 mal gelesen.

Tags: Begriffserklärung PEAK, Begriffserklärung RMS, Lautheit, Peak, RMS

Kategorien: Tutorials

Artikel bewerten

Kommentare (4)

  • 4

    Von Euphonic Engineering (Donnerstag, 17. Mai 2012, 16:00)

    Gut gemacht, zum Thema Lautheit: Die R128 beschaeftigt sich damit, und doch es gibt mitlerweile bereits Moeglichkeiten die Lautheit zu messen. Das Studio Magazin hat dazu ein kostenloses VST (das R128) entwickelt. Themenansaetze und Diskussionen kan man dort auch finden. Alles sehr interessant aber zu viel um es hier in einem Kommentar zu beschreiben ;) Beste Gruesse

  • 3

    Von leader (Sonntag, 17. Juli 2011, 12:01)

    1A+

  • 2

    Von AI-Mastering (Freitag, 8. Juli 2011, 16:24)

    1A :)

  • 1

    Von senior operator (Freitag, 24. Juni 2011, 17:20)

    Die Erklärung zur Lautheit ist sehr aufschlussreich !!!

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